Black Friday – ein schwarzer Tag für unsere Gesellschaft

Er kommt ursprünglich aus den USA, wird aber auch in Deutschland immer beliebter: Der Schnäppchentag Black Friday und sein Online-Pendant Cyber Monday. Besonders in der Unterhaltungselektronikbranche erfreuen sich die Aktionstage großer Beliebtheit. Doch was passiert eigentlich mit den Altgeräten und dem Elektroschrott?

Unser Elektromüll hat zum Teil katastrophale Auswirkungen für Menschen in anderen Ländern. Alte Elektrogeräte müssen in Deutschland eigentlich aufwendig und umfassend verwertet werden. In zertifizierten Metallhütten werden beispielsweise die Schadstoffe von Mobiltelefonen fachgerecht und ökologisch einwandfrei entsorgt. Wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber, Palladium und Kupfer fließen wieder in die Produktion von neuen Produkten ein. Doch, obwohl der Export verboten ist, werden pro Jahr mehr als 155.000 Tonnen Elektroschrott aus Deutschland ins Ausland, vor allem nach Afrika und Asien, transportiert. Einer der Orte, an denen dieser Müll landet, ist die Deponie Agbogbloshie in Accra (Ghana).

Ein Arbeitsplatz für Kinder und Jugendliche – die Elektroschrottdeponie

Die Deponie hat traurige Berühmtheit erlangt, seit ghanaische Reporter über die katastrophalen Arbeitsbedingungen auf dieser Elektroschrott-Deponie berichteten. Dubiose Recyclingunternehmen umgehen mit kriminellen Machenschaften, wie Bestechung und Umgehung, internationales Recht. Kaputte aber lediglich als „gebraucht“ deklarierte Computer und Handys werden hierher transportiert. Sie verdienen auf diese Weise viel mehr Geld, denn das geordnete Recycling in Europa und den USA ist kompliziert und teuer – auch wenn dabei seltene Rohstoffe zurückgewonnen werden können. In Agbogbloshie arbeiten auch Kinder und Jugendliche. Sie zerschlagen Computerbildschirme und Kabelknäuel, um an Kupfer und andere Metalle zu kommen, die sie dann an Zwischenhändler verkaufen. Sie arbeiten unter verheerenden gesundheitsgefährdenden Bedingungen und verdienen kaum das Nötigste zum Leben. Das Abladen unseres giftigen Elektroschrotts in Afrika führt also zu schlimmen Menschenrechtsverletzungen. 

Black Friday: 3 Gründe, warum du nicht mitmachen solltest.

1. Kaufen, Kaufen, Kaufen – Black Friday ist nur eine profitable Marketing-Strategie.
Der Black Friday lockt mit Rabatten und Vergünstigungen. Die Marketing-Aktion hat aber eigentlich nur ein Ziel: den Konsum anzukurbeln und die Lagerhallen der Händler zu leeren. Millionen von Menschen weltweit haben an diesem speziellen Shopping-Tag das Gefühl, dass sie Produkte kaufen, die sie oftmals gar nicht brauchen. Lasst euch nicht täuschen und von blickenden Rabattschildern blenden! Vor allem am Black Friday ist nicht alles günstig, was glänzt. Viele Händler*innen beziehen die Preisnachlässe auf die unverbindliche Preisempfehlung der Hersteller*innen. Diese liegen oft über dem tatsächlichen Marktwert des Produktes. Nicht jedes Schnäppchen ist tatsächlich eines.  

2. Sichtbarer Konsumwahnsinn
Am Black Friday geht es nur ums Geld und ums Konsumieren. Der Konsumwahn lässt Menschen zu rücksichtslosen und oft brutalen Einkäufern werden. Sie stürmen Geschäfte, prügeln sich um Produkte und schreien sich an. In den USA gibt es jedes Jahr zahlreiche Verletzte, darunter Kinder, Jugendliche, Schwangere und ältere Menschen. 

3. Konsum macht nicht glücklich.
Auch wenn ein vermeintliches Einkauf-Schnäppchen erst einmal ein Hochgefühl bescheren kann – Shopping und Konsum machen langfristig nicht glücklich. Tatsächlich löst Einkaufen nach der anfänglichen Euphorie sogar eher negative Emotionen aus. Oft kommen nach dem Einkauf Schuldgefühle auf oder die betroffenen Personen verspüren eine innere Leere. Das führt zu noch mehr
unnötigen Konsum. Ein Teufelskreis!

Buy Nothing statt Black Friday: “Kauf-nichts-Tag”
Eine Gegenbewegung zum Konsumwahnsinn des Black Friday ist der “Kauf-nichts-Tag”, zu dem am letzten Samstag im November aufgerufen wird. Einem Tag, an dem wir einfach mal nichts kaufen sollen. Der “Kauf-nichts-Tag” soll dafür sensibilisieren, den Wert der Dinge wieder schätzen zu lernen. Vor jedem Kauf sollten wir abwägen, ob wir dieses oder jenes Produkt wirklich brauchen oder wir uns vielleicht nur vom vermeintlichen Schnäppchenpreis verleiten lassen.
Hinter der Idee verbirgt sich auch ein gesellschaftspolitischer Aspekt: er will auf die umweltschädlichen, unmenschlichen Herstellungsbedingungen und auf den zerstörerischen Einfluss der Konsumgesellschaft aufmerksam machen. Wir konsumieren oft so, als ob irgendwo im Universum eine zweite Erde existiert, die noch reines Wasser, saubere Luft, unverseuchte Böden und eine intakte Ozonschicht aufweist. Sehr wahrscheinlich ist das nicht!

Der “Kauf-nichts-Tag” ist aber auch eine bedeutsamste Kampagne, um Wirtschaft und Unternehmen mit der Macht des Verbrauchers zu konfrontieren. Denn jeder einzelne Euro ist Einkaufsmacht – eine von Unternehmen häufig in Frage gestellte Kraft.

Wir rufen dazu auf, das eigene Konsumverhalten bewusst zu hinterfragen – gerade in der Zeit kurz vor Weihnachten!