Indoorspielplätze: Tobeparadiese mit Schattenseiten?!

Eltern wissen, wie wichtig es für Kinder ist sich viel zu bewegen. Besonders in den Wintermonaten sind Indoorspielplätze bei Familien mit Kindern ab 3 Jahren sehr beliebt. In den Tobeparadiesen wird es nicht langweilig und die Kinder haben die Gelegenheit neue Spiel- und Sportgeräte auszuprobieren, die zuhause oder auf dem öffentlichen Spielplatz nicht zu finden sind. Im Bällebad herumtollen, Hüpfburgen erobern, auf dem Trampolin springen, meterhohe Klettergerüste mit verschiedenen Ebenen erklimmen und vieles mehr. Über 300 Indoor-Spielanlagen sind in Deutschland gelistet. In Leipzig können Klein und Groß zum Beispiel im „Kinderland“ – das größte überdachte Abenteuerland Sachsens auf unglaublichen 2.800 Quadratmetern – den Tag verbringen. Schuhe aus, Socken an und los!

Kind schreiend auf einer Hüpfburg

Unterschätze nie die Verletzungsgefahr!
Doch gerade bei hohem Besucherandrang und vielen Kindern unterschiedlichen Alters auf den Spielanlagen sollten Eltern die Verletzungsgefahr vor allem von jüngeren Kindern nicht unterschätzen. In den letzten Jahren gab es immer wieder Unfälle z.B. auf Hüpfburgen. Kinder wurden durch das unverantwortliche Verhalten von Jugendlichen oder sogar Erwachsenen in die Luft geschleudert und landeten aus mehreren Metern Höhe auf dem harten Hallenboden. Mit teilweise schweren Kopfverletzungen kamen die betroffenen Kinder ins Krankenhaus. Im August 2018 kam es z.B. in einem Indoorspielplatz für Kinder in Gerolzhofen (Landkreis Schweinfurt) zu einem folgenschweren Unfall. 

6 Punkte, die du beachten solltest!
   – Die Aufsichtspflicht liegt bei den Eltern bzw. der erwachsenen Begleitperson, nicht beim Personal der Hallenspielplätze. 
   – Kläre dein Kind vor dem Besuch im Indoorspielplatz über mögliche Gefahren auf.
   – Sensibilisiere es für umsichtiges Verhalten anderen Kindern gegenüber.
   – Befolge stets die Anweisungen und Altersangaben auf den Schildern.
   – Weise andere freundlich bei Nichteinhalten darauf hin.
   – Behalte dein Kind immer im Blick. Du wirst sehen, das ist gar nicht so einfach.

Wenn doch was passiert.
Ob Prellungen, ein umgeknickter Fuß oder schwere Stürze mit Gehirnerschütterung. Eltern oder andere Betreuer des Kindes sollten auf alles vorbereitet sein und im Notfall Erste Hilfe am Kind leisten können. Verlasse dich nie darauf, dass das Personal vor Ort geschult ist. Ein weiterer wichtiger Punkt: Überprüfe im Vorfeld die Kleidung deines Kindes auf lange Bänder oder Kordeln. Trägt es ein Schlüsselband oder eine Halskette? Es besteht die Gefahr, dass dein Kind beim Rutschen oder Klettern an den Geräten hängen bleibt, sich verletzt oder sogar stranguliert!

Kinder klettern auf eine Hüpfburg

Keine Prüfpflicht für Indoorspielplätze.
Auch die TÜV Rheinland AG rät zur Wachsamkeit! Nicht alle Indoor-Spielplätze garantieren ein einheitliches Sicherheitsniveau. 
Schnell und relativ einfach können erwachsene Begleitpersonen erste Checks der Anlagen selbst übernehmen. Im besten Fall sitzen Eltern oder Betreuer nicht nur am Rand, sondern spielen mit den Kindern auf der Anlage und schauen sich dabei gründlich um. Das Qualitätssiegel des VDH – Verband der Hallen- und Indoorspielplätze zeigt, dass der jeweilige Betreiber zumindest die verbindlichen Sicherheitsstandards des Verbands für Spielanlagen einhält.