Internationaler Tag der Aufklärung über Landminen

Am 4. April wird jährlich an die Gefahr durch explosive Kriegsreste in vielen Regionen der Welt erinnert. Landminen stellen für die Zivilbevölkerung während und vor allem nach militärischen Konflikten eine erhebliche Gefahr dar, auch wenn die kriegerische Auseinandersetzung bereit Jahrzehnte zurückliegt. Der Einsatz dieser Sprengfallen ist international stark umstritten.

Laut dem Landminenmonitor der Handicap International vom 14. Dezember 2017 wurden 2016 mindestens 8.605 Menschen in 56 Staaten und Gebieten weltweit durch diese Waffen getötet. Dies ist die höchste Anzahl an Opfern, die der Landminenmonitor seit seiner ersten Veröffentlichung im Jahr 2000 dokumentiert. Die Steigerung um das 2,5 fache, im Vergleich zum Vorjahr, ist vor allem auf die Konflikte in Afghanistan, dem Jemen, Libyen und der Ukraine zurückzuführen.

78 Prozent der von Anti-Personen-Minen getöteten Menschen stammt aus der Zivilbevölkerung, wobei 42 Prozent der zivilen Opfer Kinder waren.

Besonders der syrische Konflikt zeichnet sich durch seine massive und wiederholte Verwendung von explosiven Waffen aus. Laut einer Evaluierung der Kontaminierung in Syrien durch die Minenaktionsbehörde der Vereinten Nationen (UNMAS), die im November 2016 veröffentlicht wurde, leben mehr als 3,6 Millionen Syrerinnen und Syrer in Gebieten, die mit explosiven Kriegsresten und improvisierten Sprengsätzen verseucht sind. 1,5 Millionen Menschen leben demnach in Gegenden, aus denen Unfälle mit explosiven Kriegsresten berichtet wurden; aus 20 Prozent des Landesterritoriums wurde bereits über explosiver Kriegsreste berichtet.

„Explosive Kriegsreste machen die Rückkehr der Bevölkerung in ihre Heimatorte – wenn Angriffe vorüber sind oder ein Konflikt beendet ist – sehr riskant“, erklärt Petra Schroeter, Geschäftsführerin von Handicap International Schweiz. „Im Irak und in Syrien hat die Verseuchung bereits so ein Rekordhoch erreicht, dass jahrelange Räumung erforderlich sein wird. Zusätzlich werden Maßnahmen zur Aufklärung über die Gefahren lebenswichtig sein, bei denen die betroffenen Menschen lernen, wie sie sich angemessen angesichts von Minen und Blindgängern verhalten und sich vor Unfällen schützen können.“