Heißer Sommeranfang: Was du bei einem Hitzschlag tun kannst!

Heute, am längsten Tag des Jahres, beginnt der kalendarische Sommer und wir schwitzen in Leipzig bereits bei über 30 Grad. Nächste Woche sollen die Temperaturen bis über 35 Grad ansteigen. Die Hitze macht allen zu schaffen! Menschen, die sich zusätzlich noch bei diesen hohen Temperaturen sportlich betätigen oder schwere körperliche Arbeit verrichten, sind zusätzlichen Gefahren ausgesetzt.

Wie kommt es zu einem Hitzschlag?

Zum Hitzschlag kommt es, wenn die Wärmeregulation des Körpers versagt. Er heizt sich durch Hitze, oft in Kombination mit körperlicher Anstrengung, zu stark auf. Dem Hitzschlag geht vielfach eine Hitzeerschöpfung voraus.

Nach der hauptsächlichen Ursache unterscheiden Fachleute zwei Formen:  → Der «klassische» Hitzschlag geht vorwiegend auf äußere Hitze zurück. Er betrifft in der Mehrzahl ältere Menschen und geschwächte Personen, etwa solche mit bestimmten Erkrankungen.

Für → den «Anstrengungshitzschlag» spielt körperliche Belastung – oft bei Hitze oder in warmen, stickigen Räumen – eine große Rolle. Diese Form ist auch bei jüngeren, gesunden Menschen zu finden, etwa bei Sportlern oder Berufstätigen in der Schwerindustrie.

Der Körper überhitzt bei beiden Formen auch deshalb, weil ihm ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyte fehlen. Recht schnell kann er keinen kühlenden Schweiß mehr herstellen. Ohne Nachschub an Flüssigkeit und Elektrolyten verschlechtert sich auch die Durchblutung der Organe.

Die Blutversorgung des Gehirns kann so stark nachlassen, dass Bewusstlosigkeit eintritt. Kreislauf und Atmung können total zusammen-brechen, das Gehirn Flüssigkeit einlagern.

Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall! Beim Hitzschlag steigt die Temperatur im Innern des Körpers auf über 40 °C an. Die Entstehung von Hitzschlag und Hitzeerschöpfung gleichen sich. Hitzeerschöpfung ist die mildere Form. Ihre Symptome weisen darauf hin, dass sich ein Hitzschlag entwickeln kann, wenn Gegenmaßnahmen ausbleiben!

Was sind die Symptome?

  • Klagt eine Person nach längerer Zeit in der Hitze über starke Erschöpfung, hat sie möglicherweise auch Kopfschmerzen und wirkt benommen?
  • Ist die Haut trocken, heiß und zumindest am Kopf wahrscheinlich gerötet?
  • Fühlt sich der Körper fiebrig an und der Puls geht schnell?

Solche Anzeichen weisen bei heißem Klima und starker körperlicher Anstrengung auf einen Hitzschlag hin! Zumindest anfangs ist die Haut typischerweise trocken und heiß wie bei Fieber. Der Puls geht schneller, kann aber so schwach sein, dass er schwer zu fühlen ist. Unbehandelt verschlechtert sich der Zustand. Der Kreislauf kann zusammenbrechen, das Gehirn und andere Organe können schwere Schäden erleiden. Tödliche Verläufe sind möglich.

Bei einem Hitzschlag können verschiedene Symptome auftreten:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel, Benommenheit, schwankender Gang
  • Heiße, trockene Haut, anfangs meist gerötet,
    besonders im Gesicht, später oft blass und fahl
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Wärmegefühl, deutlich erhöhte Körpertemperatur
    (> 40 °C bei rektaler Messung)
  • Fehlende Schweißproduktion
  • Schwächegefühl, Erschöpfung
  • Hoher Puls, niedriger Blutdruck
  • Schnelle, flache Atmung
  • Krämpfe, Hitzekrämpfe

Betroffene unterschätzen oft die Gefahr, viele halten ihre Symptome lediglich für eine starke Erschöpfung. Dann kann ein Hitzschlag überraschend erscheinen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen und weiterführende Behandlung

Anwesende sollten zuerst Erste Hilfe leisten und dann sofort den Notarzt anrufen! 

Sich sofort aus der Hitze begeben und den Wärmeaustausch erleichtern: Betroffene sollten schnell an einen möglichst kühlen Ort gebracht werden, aus der direkten Sonne auf jeden Fall erstmal in den Schatten. Wichtig ist weiter, die Kleidung zu öffnen oder zu entfernen, falls sie die Wärmeabfuhr behindert oder den Betroffenen einengt.

Um Hitze aus dem Körper abzuleiten, ist Kühlung nötig. Je nachdem, was den Patienten zumutbar erscheint, sind verschiedene Verfahren möglich. Sehr schnell wirkt, den Kopf unter fließendes kühles Wasser zu halten. Coolpacks und kalte Umschläge eignen sich ebenfalls gut. An den Händen, den Füssen, im Nacken und an der Leiste kühlen sie am besten. Auch Luft zufächeln kann die Abkühlung unterstützen, solange die Patienten nicht frösteln oder frieren.

Betroffene, die bei Bewusstsein sind und sich nicht erbrechen, sollten reichlich trinken. Geeignet sind Getränke, die Salze (Elektrolyte) enthalten. Infrage kommen beispielsweise spezielle Elektrolytdrinks, Fruchtschorle, Mineralwasser, leicht gesalzenes Wasser, alkoholfreies Bier und Bouillon. Gerade wenn es heiß ist, braucht der Körper mehr Flüssigkeit. Mindestens drei Liter am Tag sollten Erwachsene dann trinken. Körperlich anstrengende Arbeit oder Sport erhöht den Flüssigkeitsbedarf zusätzlich!

Wenn Betroffene bei Bewusstsein sind und Schockzeichen fehlen, sollten sie in halb sitzender Lage mit erhöhtem Kopf ruhen.

Anwesende sollten Betroffene nicht allein lassen, sie wachhalten, Puls und Atmung kontrollieren. Bei bewusstlosen Patienten empfehlen Fachleute die stabile Seitenlage. Bei Atemstillstand oder Kreislaufversagen muss eine Herz-Lungen-Wiederbelebung (Herzdruckmassage und Beatmung) erfolgen.

Nach einem Hitzschlag ist Schonung ratsam. In der Regel sind mehrere Tage sinnvoll.

Wie du einem Hitzschlag vorbeugen kannst!

  • Vermeide direkte Sonneneinstrahlung. Halte dich vor allem im Schatten oder in kühlen Räumen auf.
  • Trage zum Sonnenschutz eine Kopfbedeckung.
  • Achte auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme (min. 2 bis 3 Liter pro Tag). Gerade bei Hitze und körperlicher Anstrengung solltest du regelmäßig etwas trinken, auch wenn du keinen Durst verspürst. Nur ein geringer Teil des täglichen Bedarfs an Flüssigkeit kann über die Nahrung gedeckt werden.
  • Kleide dich mit atmungsaktiver, lockerer, der Temperatur angepasster Kleidung.
  • Sorge für Luftzirkulation in Räumen.
  • Vermeide Sport und körperlich anstrengende Arbeit während der Mittagshitze, bei gleißender Sonne und bei hoher Luftfeuchtigkeit.